Deep Green Resistance-Richtlinien für die Solidarität mit Farbigen

Entwickelt von weißen Deep Green Resistance-Mitgliedern unter Beratung des Farbigen/PoC-Ausschusses.

Einleitung

Weiße Vorherrschaft ist ein Machtsystem, das heute ebenso aktiv ist wie in jeder anderen Zeit der Geschichte dieser Kultur. Als weiße AktivistInnen sind wir in eine Kultur der Unterdrückung sozialisiert worden und praktizieren oftmals Rassismus, den wir auch in unserer Arbeit reproduzieren. Rassismus ist eine Bedrohung der Gesundheit und des Fortbestehens aller Gemeinschaften, auch von solchen politischer Art. Daher bitten wir alle weißen AktivistInnen, sich in jedem Aspekt ihres Lebens, politisch oder nicht, zu verpflichten, den Rassismus zu zerstören, auf persönlicher wie auf kultureller Ebene. Gemeinschaften von Farbigen allein können weiße Gemeinschaften nicht von außen ändern und es ist auch nicht ihre Pflicht.

Wie Stokely Carmichael sagte: "Weiße müssen anfangen, [anti-rassistische] Institutionen unter Weißen aufzubauen und das ist, denke ich, die wirkliche Frage, mit der weiße AktivistInnen heute konfrontiert sind: können sie tatsächlich die Institutionen unterwandern und zerstören, die uns alle in diese Falle gelockt haben, in der wir seit 100 Jahren sitzen?" Als Verbündete von Farbigen und ihren Gemeinschaften müssen wir uns zu dieser Arbeit verpflichten. Die folgenden Richtlinien sind dazu gedacht, weiße AktivistInnen anzuhalten, Rassismus aus ihrem Verhalten und ihrer Sprache zu eliminieren, um Farbigen bessere Verbündete sein zu können.

Richtlinien

  1. Wir verstehen, dass wir als Weiße, die in einer von Weißen beherrschten Gesellschaft aufgewachsen sind, RassistInnen sind. Es ist unmöglich, daran zu arbeiten, den Rassismus abzuschaffen, ohne zuzugeben, dass uns ein tiefsitzender Rassismus von Kindheit an anerzogen wurde. Weiße AktivistInnen müssen sich dafür nicht schuldig fühlen, vielmehr sollten wir uns verpflichtet fühlen, den Rassismus zu zerstören, sowohl in uns selbst wie auch außerhalb.
  2. Unter AktivistInnen zeigt sich Rassismus nicht immer in Wut- oder Gewaltausbrüchen; häufiger findet er sich in alltäglicher Sprache, in Interaktionen und Annahmen, die letztendlich Farbige mundtot machen und entwürdigen. Arbeite daran, die Stimmen und Entscheidungen von Farbigen zu respektieren und ihnen zuzuhören.
  3. Unterstütze, ermutige und respektiere die Führung durch Farbige aktiv.
  4. Biete AktivistInnen, die in Farbigengemeinschaften arbeiten, Unterstützung und Hilfe an. Anerkenne und respektiere den Vorrang von Notfällen in diesen Gemeinschaften an.
  5. Tritt den Anstrengungen von FaschistInnen und Gruppen, die für weiße Vorherrschaft eintreten, entgegen.
  6. Habe die Demut und den Mut, dich selbst herauszufordern und von anderen über Rassismus und weiße Vorherrschaft zu lernen.
  7. Erzähle keine rassistischen Witzen und heiße sie auch nicht gut. Benutze keine rassistischen abwertenden Begriffe. Sprich nicht in stereotypen Dialekten, die einer ethnischen Gruppe zugeschrieben werden.
  8. Kritisiere rassistisches Verhalten bei deinen FreundInnen, deiner Familie, deinen MitarbeiterInnen und deinen politischen Verbündeten. Wenn es angemessen ist, beende Beziehungen zu Personen, die weiterhin Rassismus praktizieren oder gutheißen.
  9. Rede über Rassismus mit jungen Menschen, die du kennst. Hilf ihnen, Rassismus zu identifizieren und zu konfrontieren, bessere Verbündete für Farbige zu werden und daran zu arbeiten, die weiße Vorherrschaft zu beenden.
  10. Verpflichte dich zu fortwährender Selbstbildung zum Thema Geschichte und Theorie der rassistischen Unterdrückung. Sprich nicht als Autorität über Themen, mit denen Farbige direkte Erfahrungen haben und du nicht. Wenn du überhaupt über solche Themen sprichst, solltest du es nur tun, wenn Farbige dich darum bitten.
  11. Die Kraft der weißen Vorherrschaft wird zum Großteil durch Institutionen aufrecht erhalten (Wohnungspolitik, Bildung, Rechtsprechung, Bankwesen, Kultur, Medien, Bergbau, usw.) und nicht nur durch einzelne rassistische Personen. Unsere hauptsächlichen Anstrengungen zwecks der Beendigung des Rassismus gehen darüber hinaus, uns einzelnen RassistInnen entgegen zu stellen; letztendlich müssen wir rassistische Institutionen und Kultur konfrontieren.
  12. Verstehe, dass du dich, wenn du dich entscheidest, gegen Rassismus und Imperialismus zu kämpfen, einem langwierigen, jahrhundertealten Kampf anschließt, bei dem Indigene und Farbige immer an vorderster Front standen. Als Weiße müssen wir jenen, die diese Geschichte am eigenen Leib erlebt haben, erlauben, unseren Widerstand zu prägen.
  13. Die oben dargelegten Richtlinien stellen einen Vergleichswert für akzeptables Verhalten dar. Ihnen zu folgen ist nichts Besonderes und nichts, was eine Belohnung wert ist. Rassistisches Verhalten zu ignorieren wird als Kollaboration mit der Kultur der weißen Vorherrschaft gesehen werden.
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